Sie sind hier: Startseite > Dies&Das > Wissenswertes

Wissenswertes

Ganganalyse des Hundes

Ganganalyse des Hundes – neue Erkenntnisse mit modernster Technik

18. Januar 2014
Professor Dr. Martin Fischer kam mit seiner Forschungsgruppe aus dem zoologischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena zu überraschenden Erkenntnissen über Bewegungsabläufe beim Hund, indem sie 327 Hunde aus 32 Hunderassen auf einem Laufband mit modernster Röntgentechnik in der Bewegung durchleuchteten und so die tatsächlichen Vorgänge am Skelett per Videoaufnahme darstellen konnten. Bisher war das nur indirekt möglich, indem man Gelenke auf der darüber liegenden Haut mit Leuchtpunkten markierte und die Bewegung per normaler Videoanalyse beurteilte. Hierbei kommt es aber zu erheblichen Ungenauigkeiten, da sich die gelenknah angebrachten Punkte in der Bewegung, aufgrund der Veschieblichkeit der Haut, erheblich von der tatsächlichen Gelenkposition entfernen.

Ergebnisse:Der Fortbewegungsablauf am knöchernen Skelett gleicht sich sehr stark zwischen den verschiedenen Rassen, egal ob Dogge oder Chihuahua. Dabei sind Unterschiede innerhalb der Rassen größer als zwischen verschiedener Rassen.Der Vortrieb entwickelt sich hauptsächlich aus den Hintergliedmaßen, im Schritt und im Trab bremsen die Vordergliedmaßen sogar ab. Der Drehpunkt liegt hinten im Hüftgelenk und vorne im oberen Drittel des Schulterblattes. Somit liegen beide Punkte sehr hoch und auf einer Höhenlinie. Dies gewährleistet, dass mit geringstmöglicher Auslenkung um die Drehpunkte (Schulterblatt, Hüftgelenk) eine größtmögliche Vorwärtsbewegung er zeugt wird. Auf diese Weise können sich Hunde in den symmetrischen Gangarten Schritt und Trab,sehr energiesparend fortbewegen. Schulterblatt und Unterarm einerseits, sowie Oberschenkel und Hinterfuß andererseits werden weitestgehend gleichsinnig bewegt, so dass in den Grundgangarten (Schritt, Trab, Glopp) im Schultergelenk, im Ellenbogengelenk, im Kniegelenk und im Sprunggelenk kaum Bewegung stattfindet.Diese fehlende Bewegung in den großen Gelenken führt dazu, dass in den Grundgangarten (Schritt, Trab, Galopp) bestimmte Gelenkflächen dauerhaft stärker belastet werden als andere. Entsprechend dieser einseitigen Belastung bestimmter Oberflächen findet man stark unterschiedlich Knorpeldicken in ein und demselben Gelenk: dickeren Knorpel in Bereichen mit stärkerer Belastung, dünneren in Bereichen geringerer Belastung.

Folgerungen für die Praxis:Gelenkprobleme entstehen oft eher durch Unterbelastung als durch Überbelastung. Ausgewogene freie(!) Bewegung fördert sowohl die Reifung gelenkstabilisierender Strukturen als auch die des Gelenkknorpels.Einförmige Bewegungsabläufe (Schritt u. Trab an der Leine oder am Fahrrad) führen zu einseitiger Belastung der Gelenkstrukturen und sind so mitverantwortlich für oben beschriebene Knorpeldickenunterschiede der Gelenkflächen.Freie Bewegung (Herumtollen, Ballspiele u.ä.) führen zur Belastung aller Gelenk- und Knorpeloberflächen und damit zu deren Dickenzunahme. Knorpelgewebe ist nicht durchblutet. Die Ernährung dieses stoffwechselträgen Gewebes wird lediglich durch „Massageeffekte“ sich in der Bewegung berührender Knorpelflächen erreicht. Die damit ausgelösten Pumpvorgänge (Be- und Entlastung der Knorpeloberflächen) sorgen für das Eindringen von Substraten aus der Gelenkflüssigkeit in den Knorpel.Da zudem die Muskelreife im Alter von 8 Wochen abgeschlossen ist, ist die bisherige Empfehlung für eine deutliche Bewegungseinschränkung von Welpen, besonders der großen Rassen, wohl ganz anders zu bewerten. Vielmehr scheint freie Bewegung (auch Treppensteigen) für die Entwicklung des Welpen- und Junghundeskeletts von großer Wichtigkeit zu sein.

Fazit:
Das Sprichwort: „Wer rastet, der rostet“, hat Gültigkeit vom Welpen bis zum Senior.

Nicht nur für Vierbeiner!

Quelle: Prof. Dr. Martin S. Fischer,Fortbildungsbeitrag, „10. Gießener Wintersymposium“

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Leptospirose

Leptospirose Tod aus der Pfütze

Leptospirose – Tod aus der Pfütze
Warnung an alle Hundehalter, deren Gassirunde durch die Felder und an stehenden Gewässern vorbei führt:

“Die Leptospirose ist eine häufig tödlich verlaufende Erkrankung! Die Quelle dieser Erkrankung sind Mäuse bzw. Ratten, über deren Urin grosse Mengen an Bakterien ausgeschieden werden. In Pfützen, stehenden Gewässern und Tümpeln entlang von Feldern finden Leptospiren ideale Bedingungen zur Vermehrung, gerade bei diesem feucht-warmen Wetter. Grosse Vorsicht gilt bei im Zahnwechsel stehenden Welpen, da im Mundraum offene Stellen (Zahnlücken) den Bakterien geradezu die Tür öffnen um in den Blutkreislauf zu kommen. Und Achtung: Die Kombi-Impfung bietet keinen Schutz vor einer Infektion.

Ernstzunehmende Symptome sind Fressunlust, Übelkeit, Fieber, bei diesen Anzeichen sollte man sofort mit seinem Vierbeiner zum Arzt: die Krankheit schreitet sehr rasch voran, so dass der Hund unbehandelt innerhalb von ein bis zwei Tagen an Nierenversagen stirbt. Nur eine sofortige Therapie mittels Dialyse kann dem Hund das Leben retten! Dank seiner genauen Beobachtung hat ein Kunde von mir diese Merkmale bei seinem Hund bemerkt und trotz sehr schneller Behandlung in der Tierklinik Aarau West, musste der Rüde vorgestern Nachmittag auf schnellstem Weg ins Tierspital Bern überführt werden, wo er nun eine Blutwäsche erhält.
Meine Bitte an alle Hundehalter: Den Hund nie aus Pfützen oder stehenden Gewässern mit modrigem Wasser trinken lassen. Am sichersten ist, Trinkwasser von zu Hause mitzunehmen.

Momentan ist in folgenden Gebieten grosse Vorsicht geboten: Raum Aarau, Reusstal, Sins, aber grundsätzlich sollten Hundehalter auch in anderen Gebieten auf Nummer sicher gehen. Denn die Mäusepopulation ist dieses Jahr wieder einmal enorm angewachsen, und auch das Klima begünstigt die Verbreitung der Leptospiren. Gerne könnt ihr den Bericht Hundefreunde oder Bekannte weiterleiten. Je mehr darüber berichtet wird, desto schneller reagieren die Besitzer. Im Berner Tierspital befinden sich derzeit fünf infizierte Hunde, darunter zwei Welpen, aus dem Raum Aarau, und leider gibt es schon Meldungen von Hunden, die nicht überlebt haben.”

Quelle: http://hunde.annabelle.ch/leptospirose-tod-aus-der-pfutze

 

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Todesursachen Studie

Bei einer schriftlichen Umfrage von 58.363 Mitgliedern von britischen Rassehundeclubs wurden die Daten von 15.881 Todesfällen bei Hunden innerhalb von zehn Jahren erhoben. Dabei kam heraus, dass Krebs mit 27 Prozent die häufigste Todesursache der Tiere war. 18 Prozent der Hunde starben nach Angaben der Besitzer an Altersschwäche und 11 Prozent an einem Herzleiden.
Der jüngste Hund (Mops), dessen Daten in die Studie einflossen, starb in einem Alter von nur zwei Monaten, der Methusalem der Studie, ein King Charles Spaniel, wurde stolze 23 Jahre und fünf Monate alt. Zweitältester war übrigens ein Border Terrier, der ein Alter von 22 Jahren erreichte. Das mittlere Alter zum Todeszeitpunkt lag bei 11 Jahren und drei Monaten.
Die Studie bestätigte darüber hinaus, dass kleine und mittelgroße Hunde im Allgemeinen eine höhere Lebenserwartung haben als große Tiere oder gar Riesenrassen. Deutsche Doggen (mittlere Lebenserwartung 6, 5 Jahre) und Irish Wolfhound (mittlere Lebenserwartung 7 Jahre) starben am jüngsten.

Quelle: Adams VJ, Evans KM, Sampson J, Wood JLN (2010): Methods and mortality results of a health survey of purebred dogs in the UK, Journal of Small Animal Practice 51, 512 – 524